Eine Ode an Bunbury und den Rest

Ich habe eine gewisse Zuneigung gegenüber Zahlen. Nein, nicht im Sinne der Mathematik. Es geht mir um Quersummen, sich wiederholende Muster und die Häufigkeit meiner Lieblingszahlen. 3-6-8-9. Ich rechne mir die Quersumme der Autoschilder aus, sitze gerne in Kinoreihen deren Nummern sich interessant lesen und liebe Zahlen und Wörter mit denen man Rätsel machen kann.

Als ich gestern meiner üblichen Routine nachging und meine Umsätze verglich wurde mir klar, dass ich 99 Werktage nun mit Bunbury verbrachte. (9+9=18 1+8=9 <3) Damit sind es heute 100 Werktage. Das sind über 900 Stunden an Arbeitszeit – Arbeitszeit die ich aktiv in der Buchhandlung gestanden bin. Nicht einberechnet dabei sind all die Stunden, die ich am Wochenende noch gearbeitet habe. Oder nach Ladenschluss geputzt, sortiert und am Boden rumgelegen habe. Ja, auch das mache ich gelegentlich. Aber entweder in der Früh oder nach Ladenschluss, wenn keiner mehr sehen kann wie ich seelig grinsend im Wandschrank sitze oder am Sigmund Freud-Sofa rumhänge. Die Zeit gehört dann nur Bunbury und mir.

Mittlerweile solltet ihr mich Alle ja schon persönlich kennen. Zumindestens, meine Darstellung einer Comicbuchhändlerin. Manche von Euch haben sich glücklich darüber geäußert, dass ich jetzt am Montag einen Ruhetag einlege, Andere haben mir Tee vorbei gebracht und mit Anderen quatsche ich einfach. Manche von Euch schicken mir Fotos von anderen coolen Comicläden/Cafés, wieder Andere ihre Studienarbeiten. Ihr wisst, ich bin für viele Scherze aufgelegt und das mir viel Arbeit ebenso wenig ausmacht wie die kurze Mittagspause. Und ich weiß, mit welchen Süßigkeiten ich wen von Euch glücklich machen kann, welche Comics ihr gerne lest und ob ihr gerade auf Urlaub wart und wie es dort war. Manchmal erzähle ich euch Gute-Nacht-Geschichten.

Ihr nennt mich Zuhälterin, Dealerin, Seelenkäuferin, Kupplerin, Traumfrau. Ich nenne euch KundInnen, Subjekte, Minions, Hohepriester, Freunde und „Hör-auf-an-den-Comics-zu-schnüffeln!“

Die 100 Tage fühlen sich an, als würde dazwischen ein ganzes Jahrhundert liegen.

Die Selbstständigkeit ist eine neue Erfahrung für mich. Selbst meine geliebten 70-Stunden Wochen bei Pictopia und Morawa konnten mich nicht darauf vorbereiten, wie viel Herzblut notwendig sein wird sich so zu präsentieren. Das liegt vielleicht auch an meinem Anspruch an mich selber. Das Ganze wäre sicher weniger zeitkonsumierend, wenn ich ganz normal Comics verkaufen würde. Mit gelegentlichen Events, etwas mehr Aufwand als der Rest und kurzen, sachlichen Gesprächen mit den KundInnen. Dann würde ich keinen Newsletter machen, keinen Podcast einsprechen und mir nicht so viele Gedanken über den Batman-Tag machen. Der, übrigens, wirklich toll wird.

Dann wäre mir aber auch ziemlich langweilig und ich müsste mich auf den Kopf stellen um das zu bewerkstelligen.

Die vermutlich schönsten Gedanken sind, dass ich Platz nach oben habe. Ich kann mich um die verwaiste Ecke neben der Mangasäule kümmern, regelmäßigere Blogposts verfassen, noch besser als Buchhändlerin werben und eine Kaffeemaschine besorgen. Nicht, dass ich Kaffee trinken würde. Aber die dementsprechenden Petitionen einiger KundInnen geben mir dann doch zu denken.

Und bevor ich jetzt noch mehr abdrifte, belasse ich es bei diesem Blog-Eintrag. Es gibt Events zu planen, Bestellungen zu machen und Pflanzen zu gießen!

3 thoughts on “Eine Ode an Bunbury und den Rest

  1. Sweety guten Morgen
    Es ist 6 35 sitze im Wohnzimmer da ist mir der Gedanke gekommen deine Webseite zu
    besuchen.Es ist grossartig was und wie Du schreibst.Ich bin unheimlich Stolz auf Dich????????.Es ist das erste Mal das ich alleine ohne meiner geliebten bedeutenden Frau ein E Mail schreibe.
    Du müsstes Texte für die Werbung machen.Du bist grossartig
    Bussi Papa

    1. Lieber Vater,
      so früh war ich heute noch nicht wach, aber deine Nachricht freut mich sehr. Und ich bin stolz auf dich, dass du ganz alleine diesen Kommentar verfasst hast. Wenn ich daran denke, wie sich deine Schwester mit ihrem Handy tut und dann wie gut du mit der heutigen Technologie klar kommst. Chapeau.

      Liebe Grüße,
      Anna

  2. Hallo, liebe Bunbury 😉
    Mehr als 100 Tage! Ich bin stolz auf dich. Und das nächste Mal, wenn ich in Wien bin, schaue ich auf jeden Fall vorbei 🙂
    Lieben Gruß
    Aseret Setra :-*

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