Bunbury und das Weihnachtsgeschäft

Bunbury hat also nun den ersten Jahreswechsel hinter sich gebracht. Das war kombiniert mit einigen sehr amüsanten, schönen Dingen. Was davon ist mir besonders gut im Gedächtnis geblieben? Natürlich die Gruft-Spendenaktion.
Die Sache ist die, ich mag die Absolution. Und ich glaube daran, dass viel mehr Menschen Anderen Gutes tun würden, wenn man Ihnen die Gelegenheit dafür gibt. Ursprünglich hatte ich den Wunsch einfach etwas Gutes zu tun. Mir wurde schnell klar, dass eine nahe karitative Einrichtung der man gerade im Winter gut helfen kann und sollte die Gruft Wien ist. So. Klar, einen fetten Karton in die Ecke stellen und mit einer Liste versehen, was gerade Alles gebraucht wird geht ja leicht. Noch etwas promoten und fünf volle Kisten an Klamotten, Hygieneartikel, Dosengerichte, sind schnell gesammelt. Aber das reichte mir wie immer nicht.

Da gibt es auch diese tollen Winterpakete. Um 50€ kann man Jemanden einen winterfesten Schlafsack und warmes Essen in der Gruft garantieren. Mein Kopf dachte weiter. Es gibt doch auch diese lustigen JunggesellInnen-Verlosungen. Sowas in der Art wäre doch machbar? Fortuna wollte, das genau an dem Abend als ich mich mit den genaueren Plänen befasste, Subject No. 1 und Subject No. 2 bei mir waren. Anderen besser bekannt als: A- und B-Hörnchen, die beiden Verrückten oder Astronautpool. Ich könnte doch … anstatt der Versteigerung eine Verlosung machen.

Ich druckte Tombolalose, richtete Gewinne her (Dank einigen KundInnen und Partner-in-business-crime konnte ich sogar gewährleisten, das jedes Los gewann) und fragte eine handvoll Leute ob sie gerne Hauptgewinne wären. Solltet ihr von gewissen Leuten hören, das ich sie nicht um Erlaubnis gefragt habe und einen florierenden Menschenhandel betreibe sei euch gesagt: LÜGE!
Der Reinerlös der Tombola hat im Endeffekt 600€ eingespielt.

Mich selber hat dieser Erfolg natürlich überrascht. Die Rückmeldung der Leute war durchwegs positiv. Es wurde in den eigenen vier Wänden gesammelt, Familien abgeklappert und die meisten Leute kamen mit nicht nur einer Tasche voller Dinge zu mir. Das Netzwerk, das ich mit Bunbury hier aufbaue, wurde also noch etwas dichter gewoben.

Als Finale dieser Aktion gab es am 3.12 die Wintersause bei Bunbury. Ich hab mir einen Punschkocher in die Buchhandlung gestellt, Kekse gekauft und die Leute eingeladen mit mir entspannt von 10-18:00 den ersten Adventsamstag zu genießen. Wieder einmal wurde ich positiv überrascht. Astronautpool kamen als Weihnachtsversionen von Ivy und Harley, Stefan Gutternigh von Pest 1435 war dabei und verdammt, so viele Leute haben Kekse mitgebracht und eine gewisse Kundin sogar vegane Schoko-Cupcakes. Ein Event, das als lockeres Beisammensein geplant war, wurde ein toller Start in die Weihnachtszeit. Und wenn man die Leute um 18:00 regelrecht aus der Buchhandlung werfen muss, ist es definitiv eine gute Veranstaltung gewesen..

Und dann war da noch das Weihnachtsgeschäft. Mein Erstes. Ganz alleine. In meiner Buchhandlung. Ich denke, ich habe mich gut geschlagen. Klar, der Umsatz ist toll. Aber ich glaube auch, dass ich etwaige Probleme erfolgreich gelöst habe. Und unter der letzten Woche wurden dann noch eine handvoll Geschenke an KundInnen verteilt. Manchmal im größeren, manchmal im privateren Kreis. Dank Nudlmonster hatte ich tatsächlich ja auch ein Geschenk. Eine eigens, für Bunbury, gemalte Weihnachtskarte.

Und ja, ich habe Geschenke bekommen. Von KundInnen! So verdammt cool. Den Vogel abgeschossen hat aber eine Dame, die ich zum Thema Weihnachtsbaum befragte. Den letzten echten Baum hatte ich in Berlin und da, habe ich das Ding nicht ausgesucht. Um in meiner WG für etwas weihnachtlichen Flair zu sorgen, wollte ich also im Geheimen eine kleine Tanne kaufen. Die Kundin hört mir zu, nickt geflissentlich und erklärt mir sie würde sich umhören. Am selben Tag hatte ich knappes Wechselgeld und schenkte ihr mit meiner Trinkgeldkassa einen Euro. Die Tage vergehen. Irgendwann kommt ihre Tochter vorbei um sich, in einem schwarzen Sack versteckt, ihre eigenen Weihnachtsgeschenke abzuholen. Und was schleppt sie mit, fast so groß wie sie selber? Eine wunderschön, dunkelgrüne Tanne.

„Aber irgendwas muss deine Mutter doch dafür kriegen?!“
„Sie sagt, den einen Euro hast du ihr schon bezahlt.“ Sprach sie, ging und ließ mich mit einem wunderschönen Christbaum zurück.

Fertig geziert mit einer Joker-Plüschfigur als Stern, den Pornolichtern als Christbaumkette und einer Vielzahl vonn Christbaumkugeln an Gummiringerln, war es der perfekte Weihanchtsbaum für meine Wohnung.

Mittlerweile hat das neue Jahr begonnen und meine Vorsätze für die Buchhandlung stehen. Für mein Privatleben sind diese Vorsätze jedes Jahr dieselben: „Noch mehr rocken. Noch lauter sein.“
Für Bunbury steht natürlich bald ein Straßenschild an und ein Möbel für das Schaufenster. Desweiteren möchte ich die US-Comics-Problematik gelöst haben. Demnächst arbeite ich mit einer befreundeten Künstlerin auch eigene Stoffsackerl für Bunbury aus und rund um die Fastenzeit lasse ich mir gerade etwas einfallen, um Anderen wieder etwas Gutes tun können.

Aber daran arbeite ich noch.

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