Justice League of America 1: Rebirth Special

© Justice League of America: Rebirth


(Mögliche Spoilerwarnung: Wir verweisen hierbei auch auf die Rezensionen von Justice League vs. Suicide Squad und dem DC Rebirth – Special!)

„Es wurde Zeit, ins Licht zu treten.“

Rechtzeitig zum Start des neuen Justice League Films bringt auch Panini Comics eine neue Serie der Liga auf den Markt. Wie im Event Justice League vs. Suicide Squad bereits angedeutet, stellt kein Geringerer als Batman die neue Truppe, welche unter dem Banner Justice League of America läuft, auf die Füße. Dass sich die Mitglieder hier deutlich von denen der „normalen“ Justice League unterscheiden, hat schon berechtigte Gründe und so nutzt Steve Orlando die Gunst der Stunde, um alte Konzepte zu modernisieren und somit ein menschlicheres Team zu schaffen. In fünf voneinander unabhängigen Heften, welche jeweils die Origin eines Charakters beziehungsweise des Teams erzählen, bringt uns Orlando, unter Mithilfe diverser Künstler wie Ivan Reis und Stephen Byrne, eine Reihe von neuen Figuren näher und zeigt in gewohnt gekonnter Manier, wie man diesen in nur wenigen Seiten Leben einhaucht.

Neben der Wissenschaftlerin Caitlin Snow, die besser unter dem Namen Killer Frost bekannt ist, dem Sprüche klopfenden Kopfgeldjäger Lobo und der bezaubernden Black Canary setzen Autor und Zeichner auf frisches Blut in Form von jungen, dynamischen Helden. Mit Ray, Ryan und Vixen präsentiert Orlando drei Figuren, die sich in ihrer Biographie deutlich voneinander unterscheiden, dennoch ähnliche Schwierigkeiten haben, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Im Kontext eines bewährten Erzählschemas erfährt der Leser häppchenweise mehr über die einzelnen Mitglieder, bis schlussendliche ein holzschnittartiges Mosaik sichtbar wird, welchem der letzte Feinschliff (noch) verwehrt bleibt. Orlandos Bemühen seinen Figuren Tiefe zu geben und sie somit aus der reinen Klischeehaftigkeit ausbrechen zu lassen, gelingt zwar nicht immer, dennoch spürt man, gerade bei den jüngeren Helden, seinen Mut Neues zu versuchen und die Liga somit moderner und frischer wirken zu lassen. So bunt diese neue Mischung, die unter Batmans Regie wohl bald auf Verbrecherjagd gehen wird, nun auch scheinen mag, so glaubhaft und notwendig wirkt deren Zusammenspiel. Eine schier merkwürdige und einmalige Komposition, die ihre Krönung auf der letzten Seite erfährt, als niemand geringer als Ivan Reis das Team in seiner Gesamtheit aufs Papier zaubert und somit den Startschuss für das erste Abenteuer gibt.

Obwohl der Band noch keinerlei Richtung vorgibt, in die sich die Serie entwickeln könnte, machen die Geschichten in ihrer Isolation durchaus Lust auf mehr. Wie schnell sich gewisse Figuren abnützen und wie viel Entwicklungspotenzial vor allem in Ray, Ryan und Vixen steckt, werden die kommenden Bände zeigen, an denen sich die Serie schlussendlich messen lassen wird müssen. Dass auch in diesem Band Verweise zum DC Rebirth Special enthalten sind, deutet nicht nur auf eine akribische Planung des Verlags hin, sondern kann durchaus auch als Symbol für die Relevanz der Serie zu lesen sein. Und wer den Mitternachtsdetektiv auch nur ein bisschen kennt, der weiß natürlich, dass Batman mit Sicherheit Gründe hat, die eine Justice League of America rechtfertigen.

Lobenswert ist abschließend auch die Veröffentlichungspolitik von Panini Comics, die die in den USA als separate Einzelheft erschienen Geschichten gleich in einen Sammelband packen und somit für einen runden Lesegenuss sorgen. Der Band richtet sich nicht nur an Leute, die auf Team-Serien und/oder Lobos schwarzen Humor stehen, sondern ist auch durchaus für Leserinnen zu empfehlen, die auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung sind.

BEWERTUNG: 3 von 5 Sternen

Titel: Justice League of America: Rebirth Special
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Originalausgaben: JLA Rebirth: Ray/Vixen/Atom/Killer Frost; JLA Rebirth
Autor: Steve Orlando
Zeichner: Ivan Reis, Jody Houser, Stephen Byrne uva.
ISBN: 4-191246-012998-01

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