Hawkman: Der Tod von Hawkman

© DC Comics

„Bis im nächsten Leben.“

Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem der geneigte Comic-Leser einen Hawkman Band aus dem Hause Panini in den Händen halten durfte. Für eine regelmäßigere Veröffentlichungsweise und vor allem für Formate abseits des Megabandes reicht der Bekanntheitsgrad dieser Figur normalerweise leider einfach nicht aus. Umso euphorischer zeigte sich die Lesergemeinschaft, als Panini ankündigte, die Mini-Serie, Der Tod von Hawkman, welche von Marc Andreyko, Aaron Lopresti und Rodney Buchemi gestaltet wurde, in einem abgeschlossenen Band zu veröffentlichen. Erfahrene Leser wissen, dass es die Ohren zu spitzen gilt, wenn der Stuttgarter Verlag zu solch Aktionen bereit ist. Denn üblicherweise stehen die Ereignisse so einer Geschichte im direkten Zusammenhang zu einer anderen, weit größeren Storyline oder gar einem Event. Dieser Band bildet hier keine Ausnahme und kann durchaus als eine Art Vorgeplänkel zum bald anstehenden Batman-Event Metal gesehen werden.

Obwohl der recht plakative Titel schon einiges vorwegnimmt, darf man sich nach dem ersten Kapitel dieses sechs-teiligen Abenteuers bereits auf eine bekannte Ausgangssituation einstellen, die sicherlich einigen Altlesern bekannt ist; Neueinsteiger aber keineswegs überfordert. Im Mittelpunkt steht die ewig alte Fehde zwischen Rann, der zweiten Heimat von Adam Strange, und Thanagar, dem Herkunftsort von Katar Hol alias Hawkman. Diese Auseinandersetzung, die es vor Jahren schon einmal gab, ist offenbar noch nicht ausgestanden und es scheint so, als ob sich die Fronten nach einem Anschlag auf Rann noch einmal verhärten würden. Dass hinter dieser Attacke ein weiterer alter Bekannter steckt, der seine Kräfte für ein böses Spiel einsetzt, wird zwar dem Leser, nicht aber den beteiligten Figuren, schnell klar. Und so bahnt sich eine mittlere Katastrophe an, die in einem großen Krieg enden könnte.

Der Versuch des Kreativ-Teams eine Space-Opera mit den Kernelementen einer Buddy-Story zu verknüpfen, funktioniert in diesem Band leider nur stellenweise. Die oftmals plumpen Dialoge wechseln zwischen einer rauen, unangemessenen Härte und blassem Witz, was zeitweise für Irritationen sorgt. Die Stärken des Bandes liegen daher (leider) nicht in der Geschichte selbst, sondern entfalten sich erst, wenn man das Ganze als das erkennt, was er nun einmal ist: Die Einführung in ein neues Event. Zwar könnte man argumentieren, dass die Story, bis auf ihr Ende, nicht viel über das kommende Batman-Spektakel preisgibt, allerdings findet man durchgehend einzelne Brotkrümel, die einfach Lust auf mehr machen. Allen voran die Erkenntnisse zum außerirdischen Nth-Metall welches, so viel schon einmal vorweg, in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle spielen wird, rechtfertigen die Lektüre dieses Bandes. Überdies hinaus ist das hier zwar nicht der große Wurf, viel falsch machen kann man mit dem Band allerdings auch nicht, da man (endlich) wieder tolle Figuren wie Hawkman oder Adam Strange zu Gesicht bekommt.

Die Entscheidung von Panini den Band doch zu bringen und ihn als Vorgeschichte zu Batman: Metal einzustufen, ist sicherlich, vor allem für Komplettisten, zu begrüßen. Die Tatsache, dass man in einem abgeschlossenen Band sehr viel über die Figuren, als auch über Elemente erfährt, die in naher Zukunft tonangebend sein werden, retten auch über den nicht ganz geglückten Plot hinweg und machen Der Tod von Hawkman zu einem Band, den man schon mitnehmen sollte, wenn man sich das kommende Batman-Event geben will. Und ganz ehrlich, wer will das nicht.

BEWERTUNG: 3 1/2 von 5 Sternen

Titel: Der Tod von Hawkman
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Originalausgaben: US The Death of Hawkman #01-06
Autor: Marc Andreyko
Zeichner: Aaron Lopresti & Rodney Buchemi
ISBN: 978-3-7416-0701-1

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