Batman Metal- Die Vorgeschichte 1 (von 2)

© DC: Batman Metal

„Ein Hinweis auf das größte Mysterium der Menschheitsgeschichte.“

Während ich erst kürzlich über die ersten Vorwehen des neuen Batman Events in Form von Der Tod von Hawkman gesprochen habe, liefert uns Panini schon die nächsten Puzzle-Stücke, welche uns dem Gesamtbild entscheidend näher bringen. Im Gegensatz zum letzten Band, fungieren The Forge und The Casting, so die Originaltitel, nun als tatsächliche Heißmacher, die man in den kommenden zwei Monaten nicht außer Acht lassen sollte. Wie in den USA veröffentlicht auch Panini Comics die beiden Geschichten in zwei separaten Heften, die zwar deutlich dünner als gewohnt ausfallen, allerdings auch in schicken Variant-Ausgaben zu haben sind, auf die man unbedingt einen Blick werfen sollte. Dass Panini auch bei dieser Art Einzelausgabe preislich unter der amerikanischen Version liegt, zeugt von einem tollen Service und sollte auch die letzten Zweifler hellhörig machen.

Das Heft, welches erzähltechnisch in zwei unterschiedliche Zeitlinien geteilt ist, überzeugt von Beginn an mit ansprechenden Zeichnungen, die Größen wie Jim Lee, Andy Kubert und John Romita Jr. aufs Papier zaubern. Die Rahmenerzählung, die ihren Ursprung im alten Ägypten nimmt, erstreckt sich über die komplette Geschichte und wirkt wie eine Art narratives Echo auf gegenwärtige Ereignisse. Carter Hall, den wir als Hawkman kennen, führt uns in einer untypisch behutsamen Art durch den Plot und lässt mit vielen mehrdeutigen Anspielungen Fanboy-Herzen zunehmend aufhorchen. Die Binnenerzählung, die Batman und die Superhelden-Community innerhalb weniger Seiten vor Katastrophen schrecklichen Ausmaßes stellt und gespickt ist mit apokalyptischen Visionen einer unsicheren Zukunft, fügt sich elegant in den vorgestellten Rahmen ein und sorgt für eine kontrastive Beschleunigung des Erzähltempos. Wenig überraschend steht der Mitternachtsdetektiv höchstpersönlich wieder im Fokus des Geschehens und wie üblich weiß er wieder mehr als alle anderen Beteiligten. Da es schon beinahe zur Norm geworden ist, dass Batman den anderen intellektuell überlegen ist, überrascht es umso mehr, dass er dieses Mal auch an seine Grenzen zu stoßen scheint. Denn die Fledermaus legt ein Verhalten an den Tag, welches nicht nur seine Mitstreiter vieles, was bisher als schier Unantastbar galt, hinterfragen lässt. Der Cliffhanger am Ende des Heftes, der mit einer massiv unerwarteten Entdeckung einhergeht, setzt dem Ganzen schlussendlich die Krone auf und hinterlässt fragende Gesichter.

Es wird wohl Wenige überraschen, dass hinter diesem Konzept einmal mehr der prägendste Batman-Autor der letzten Jahre steckt. Dass Scott Snyder, dessen Werke jetzt schon als moderne Klassiker gelten, hierbei allerdings wieder auf harte Kritiken stoßen wird, gehört mittlerweile allerdings auch zum Standard. Dabei zeigt der gebürtige New Yorker hier durchgehend, warum er den meisten Kritiken erhaben ist. Knackige Dialoge, eine durchdachte Erzählstruktur und eine gewiefte Verflechtung verschiedenster Bausteine bis hin zu einzelnen Seiten zeichnen Snyder in beinah all seinen Werken aus und genau dies stellt er auch hier eindringlich zur Schau. Der ihm oftmals vorgeworfene Hang zu übertreiben ist hier an keiner Stelle spürbar und auch sonst wirkt die Story (bisher) einladend und spannend.

Obwohl es sich hier „nur“ um den Auftakt von Batman Metal handelt, lassen es Zeichner und Autor schon ordentlich krachen und machen das Warten auf die nächste Ausgabe somit umso beschwerlicher. Es scheint so, als würde hier etwas Großes und Essenzielles auf die Leserschaft zurollen, welches den DC-Kosmos doch ordentlich durchrütteln dürfte. Die Andeutungen in diesem Heft lassen an dieser Feststellung auf jeden Fall wenig Zweifel. Pflichtkauf!

BEWERTUNG: 4 von 5 Sternen

Titel: Batman Metal – Die Vorgeschichte 1
Verlag: Panini Comics
Format: Heft- Format
Originalausgaben: US The Forge #01
Autor: Scott Snyder & James Tynion IV
Zeichner: Jim Lee, Andy Kubert & John Romita Jr.

Hawkman: Der Tod von Hawkman

© DC Comics

„Bis im nächsten Leben.“

Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem der geneigte Comic-Leser einen Hawkman Band aus dem Hause Panini in den Händen halten durfte. Für eine regelmäßigere Veröffentlichungsweise und vor allem für Formate abseits des Megabandes reicht der Bekanntheitsgrad dieser Figur normalerweise leider einfach nicht aus. Umso euphorischer zeigte sich die Lesergemeinschaft, als Panini ankündigte, die Mini-Serie, Der Tod von Hawkman, welche von Marc Andreyko, Aaron Lopresti und Rodney Buchemi gestaltet wurde, in einem abgeschlossenen Band zu veröffentlichen. Erfahrene Leser wissen, dass es die Ohren zu spitzen gilt, wenn der Stuttgarter Verlag zu solch Aktionen bereit ist. Denn üblicherweise stehen die Ereignisse so einer Geschichte im direkten Zusammenhang zu einer anderen, weit größeren Storyline oder gar einem Event. Dieser Band bildet hier keine Ausnahme und kann durchaus als eine Art Vorgeplänkel zum bald anstehenden Batman-Event Metal gesehen werden.

Obwohl der recht plakative Titel schon einiges vorwegnimmt, darf man sich nach dem ersten Kapitel dieses sechs-teiligen Abenteuers bereits auf eine bekannte Ausgangssituation einstellen, die sicherlich einigen Altlesern bekannt ist; Neueinsteiger aber keineswegs überfordert. Im Mittelpunkt steht die ewig alte Fehde zwischen Rann, der zweiten Heimat von Adam Strange, und Thanagar, dem Herkunftsort von Katar Hol alias Hawkman. Diese Auseinandersetzung, die es vor Jahren schon einmal gab, ist offenbar noch nicht ausgestanden und es scheint so, als ob sich die Fronten nach einem Anschlag auf Rann noch einmal verhärten würden. Dass hinter dieser Attacke ein weiterer alter Bekannter steckt, der seine Kräfte für ein böses Spiel einsetzt, wird zwar dem Leser, nicht aber den beteiligten Figuren, schnell klar. Und so bahnt sich eine mittlere Katastrophe an, die in einem großen Krieg enden könnte.

Der Versuch des Kreativ-Teams eine Space-Opera mit den Kernelementen einer Buddy-Story zu verknüpfen, funktioniert in diesem Band leider nur stellenweise. Die oftmals plumpen Dialoge wechseln zwischen einer rauen, unangemessenen Härte und blassem Witz, was zeitweise für Irritationen sorgt. Die Stärken des Bandes liegen daher (leider) nicht in der Geschichte selbst, sondern entfalten sich erst, wenn man das Ganze als das erkennt, was er nun einmal ist: Die Einführung in ein neues Event. Zwar könnte man argumentieren, dass die Story, bis auf ihr Ende, nicht viel über das kommende Batman-Spektakel preisgibt, allerdings findet man durchgehend einzelne Brotkrümel, die einfach Lust auf mehr machen. Allen voran die Erkenntnisse zum außerirdischen Nth-Metall welches, so viel schon einmal vorweg, in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle spielen wird, rechtfertigen die Lektüre dieses Bandes. Überdies hinaus ist das hier zwar nicht der große Wurf, viel falsch machen kann man mit dem Band allerdings auch nicht, da man (endlich) wieder tolle Figuren wie Hawkman oder Adam Strange zu Gesicht bekommt.

Die Entscheidung von Panini den Band doch zu bringen und ihn als Vorgeschichte zu Batman: Metal einzustufen, ist sicherlich, vor allem für Komplettisten, zu begrüßen. Die Tatsache, dass man in einem abgeschlossenen Band sehr viel über die Figuren, als auch über Elemente erfährt, die in naher Zukunft tonangebend sein werden, retten auch über den nicht ganz geglückten Plot hinweg und machen Der Tod von Hawkman zu einem Band, den man schon mitnehmen sollte, wenn man sich das kommende Batman-Event geben will. Und ganz ehrlich, wer will das nicht.

BEWERTUNG: 3 1/2 von 5 Sternen

Titel: Der Tod von Hawkman
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Originalausgaben: US The Death of Hawkman #01-06
Autor: Marc Andreyko
Zeichner: Aaron Lopresti & Rodney Buchemi
ISBN: 978-3-7416-0701-1